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Beitrag vom 21.06.2012

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Im „Repair-Café“ soll alte Handwerkskunst gepflegt werden

Im Interesse der Nachhaltigkeit: Reparieren statt wegwerfen


CELLE. Zur deutschlandweiten „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ soll am Dienstag, 25. September, von 14 bis 18 Uhr erstmalig ein „Repair-Café“ in Celle als Kooperationsprojekt des Bomann-Museums mit der Freiwilligenagentur KELLU in Celle eingerichtet werden. Gesucht werden nun handwerklich Begabte aller Fachrichtungen, die einerseits ihr Fachwissen und Geschick im „Repair-Café“ zur Verfügung stellen und andererseits die Freiwilligenagentur beleben wollen. Tel.: KELLU 05141/12400 oder im Bomann-Museum Birgit Jahnke 05141/12372.

Nicht alles, was kaputt ist, muss auch gleich weggeschmissen werden. Hier greift zum einen der Gedanke der Nachhaltigkeit, künftig sorgfältiger mit Gegenständen umzugehen. Zum anderen gilt es, die Handwerkskünste Freiwilliger zu nutzen und somit einen neuen Treffpunkt entstehen zu lassen und Menschen zusammenzuführen. Wie Uwe Rautenberg, Leiter der museumspädagogischen Werkstatt des Bomann-Museums, erläuterte, sei es das Anliegen eines Museums, überkommen geglaubte handwerkliche Fähigkeiten zu erhalten, wieder zu beleben und in die neue Zeit hineinzuretten.

Das Projekt soll sozusagen als Versuchsballon in der museumspädagogischen Werkstatt starten. Denkbar sind fünf Tischgruppen mit je einem Experten einer Fachrichtung (z. B. Elektrik, Holzbearbeitung etc.). Hinzu kommen dann die interessierten Bürgerinnen und Bürger mit einem liebgewonnenen Gegenstand, der reparaturbedürftig ist. Alles, was man selbst tragen kann, kann mitgebracht werden (also keine Waschmaschine). Die Teilnehmer bleiben da und können zuschauen, was die Experten machen, trinken einen Kaffee und kommen mit anderen Menschen ins Gespräch. Anschließend nehmen sie ihren reparierten Gegenstand wieder mit nach Hause. Die Reparaturen sind kostenlos und ohne jede Gewährleistung.

Das ehrgeizige Vorhaben wurde nun von Uwe Rautenberg und von Heidi Bente, Leiterin der Freiwilligenagentur KELLU, vorgestellt. Zwei ehrgeizige technisch und handwerklich vorbelastete Freiwillige, stellten ihr Fachgebiet vor: Manfred Werner ist erfahren in Mechanik und Elektrik - aber nicht Elektronik, wie er einschränkte, und Christian Lintz steht für Metall- und Holzbe- und -verarbeitung zur Verfügung. Uwe Rautenberg: „Wenn das ein Erfolg wird, kann man das jeden Monat machen.“ Nun müsse erstmal angefangen werden, um zu sehen, wie die Resonanz ist. „Die Idee soll vorgekocht werden,“ so Rautenberg. Anfang September gibt es zu dem Projekt konkrete Vorgaben.

Die Idee des „Repair-Cafés“ ist erstmals in Amsterdam iniitiert worden. Mittlerweile ist hieraus eine Bewegung entstanden, und zwischen Maastricht und Groningen gibt es zwischenzeitlich 25 dieser Cafés. Neuerdings hält das „Repair-Café“ auch in Deutschland Einzug z. B. in Köln, auch Leipzig bietet ein ähnliches Projekt an. Celle ist auf jeden Fall mit in der Vorreiterposition.

Redaktion
Celler Presse